Piebalgs: Kein weiterer Gas-Streit zwischen Russland und Ukraine
EU-Energiekommissar Andris Piebalgs sieht Europas Gas-Versorgung nicht durch einen weiteren Gas-Streit zwischen Russland und der Ukraine bedroht. Er gehe davon aus, dass beide Länder in Zukunft gemeinsam neue Engpässe verhindern würden, sagte Piebalgsam Dienstag auf der Hannover Messe. "Falls es eine weitere Krise gibt, wird ihre Glaubwürdigkeit ruiniert. Ich denke, es ist wichtig für sie, dass das Transitsystem in Zukunft funktioniert", sagte Piebalgs weiter. Der Streit der beiden Nachbarstaaten hatte mitten im Winter vor allem in einigen Regionen Südosteuropas die Gas-Versorgung lahmgelegt. Viele Menschen mussten deswegen tagelang frieren.
Zugleich erklärte Piebalgs, die EU werde die CCS-Technologie zur klimaschonenden Stromgewinnung aus Stein- und Braunkohle erst bei Marktreife unterstützen. Derzeit befinde sich die Technologie aber noch in einer Übergangsphase. Insbesondere in Deutschland sind die Betreiber von Kohlekraftwerken langfristig auf die Speichertechnik CCS (Carbon Capture and Storage) angewiesen, die aber noch nicht ausgereift ist. Da Kohlekraftwerke, die in Deutschland knapp die Hälfte des Stroms liefern, wegen Klima-Auflagen künftig immer weniger Rechte für den CO2-Ausstoß erhalten werden, muss die Bundesregierung nach anderen Wegen suchen, um die Industrie am Leben zu erhalten.
Auf die Neustrukturierung der deutschen Stromlandschaft angesprochen sagte Piebalgs, es gebe eine Reihe von Möglichkeiten beim Netzbetrieb. Er vertraue dabei den deutschen Regulierungsbehörden, für einen transparenten Markt und fairen Strompreis zu sorgen. Große deutsche Stromkonzerne haben sich lange gegen Wettbewerbsbedenken der EU zur Wehr gesetzt. Zuletzt hatten aber Unternehmen wie E.ON(EONGn.DE: Kurs) mit dem Verkauf von Vermögenswerten eingelenkt.
(c) Reuters



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