Termin: Heimatabend. Eine EUkrainische Identitätssuche, 04-05.08.09. Lviv
heimatabend. Eine EUkrainische Identitätssuche
von Nora Mansmann und Natalie Driemeyer
vom
04.-05. August 09
im
Lviv, Les Kurbas Theater
Was ist Heimat? Ist sie der Ort der Kindheit? Kann Sprache Heimat sein?
Wie konstituiert sich individuelle, wie kollektive Identität? Welche Bedeutung hat dabei das gedankliche Konstrukt Heimat? Lässt sich Heimat heute, in Zeiten globaler Mobilität, überhaupt verorten?
Das theatrale Rechercheprojekt *heimatabend. Eine EUkrainische Identitätssuche* geht diesen Fragen nach. Die in Deutschland lebende ukrainische Schauspielerin Katharina Romanenko nimmt ihre Zuschauer mit auf eine gedankliche Reise durch die deutsch-ukrainisch-europäische Geschichte und Gegenwart - auf der Suche nach der Bedeutung von Heimat und Identität im Spannungsfeld zwischen Ost und West, Tradition und Moderne, Mobilität und Heimatverbundenheit. Dabei werden die Grenzen der Erinnerung, ihre Subjektivität, ebenso hinterfragt, wie die Möglichkeit von Geschichtsschreibung und ihre politisch-historische Rolle als Konstrukteur nationaler und persönlicher Identität.
Ausgangspunkt und Grundlage der Arbeit war eine Reise der Regisseurin Nora Mansmann und der Dramaturgin Natalie Driemeyer in die Stadt L’viv (ehemals Lemberg, Lwów, Lwow) im Westen der Ukraine, einer europäischen Region, die über Jahrhunderte hinweg bestimmt wurde durch häufig wechselnde nationale Herrschaften. Im kleinen Kosmos einer Stadt stießen die jungen Theatermacherinnen auf Fragen, die die Ukraine heute nach der Unabhängigkeit wieder besonders beschäftigt: Wie konstituiert sich die eigene Identität zwischen Ost und West? Wie stark wird die Zugehörigkeit zu Europa empfunden? In welchem Verhältnis steht die Ukraine zur EU und zu Russland?
Diese Fragen sind jedoch nicht nur für die ukrainische Gesellschaft relevant, sondern auch für die Menschen in der EU. Im Rahmen der EU-Osterweiterung müssen sie sich kontinuierlich der Definition einer europäischen Identität, den Erwartungen an die Utopie Europa und der Grenzsetzung sowie der Bestimmung von Zughörigkeit und Ausgrenzung stellen.
Die Frage nach der eigenen Heimat und Identität läßt sich dabei ausschließlich subjektiv beantworten. Subjektiv mit dem Blick auf die eigene Familie sowie die Zeit und das Land, in dem man lebt. *heimatabend* ist auch eine sehr persönliche Reise. Eine Reise auf den Spuren der Frage „Was und wo ist sie, meine Heimat?“.
Konzept und Textfassung Natalie Driemeyer, Nora MansmannInszenierung Nora Mansmann
Dramaturgie Natalie Driemeyer
Bühne und Kostüme Juliana Botchie
Mit Katharina Romanenko
Ein Projekt von Nora Mansmann und Natalie Driemeyer, unterstützt durch die „Europäische Ost-West-Akademie für Kultur und Medien e.V", „Theater Bonn“ und „Nationaltheater Weimar“.

Fotos © Lilian Szokody



del.icio.us
Digg

Kommentare (0 eingetragen):
Dein Kommentar eintragen